Damit es nicht zu Lücken bzw. Doppelungen im erstellten LV kommt, ist es wichtig eine Schnittstellenabsprache durchzuführen. Wer liefert welches LV, wer liefert welche Mengen, wer bemustert welche Gewerke in Revit etc.?
Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll, dass bei Erstellung der Türliste die Elemente auch direkt bemustert werden. Ein weiteres Beispiel betrifft das Gewerk Rohbauarbeiten: Die Aufgabenverteilung für die Ausschreibung von Durchbrüchen muss u.a. klar geregelt sein.
Natürlich sind viele Entscheidungen auch von der Qualität des Modells abhängig.
Wie detailliert wurde in dem Revit-Modell gearbeitet?
Welche Gewerke können somit vereinfacht mit DBD BIM ausgeschrieben werden?
Für eine vereinfachte Bemusterung ist es erforderlich, vorab die Qualität des Revit-Modells zu überprüfen und ggf. weitere Vorbereitungen zu tätigen.
Dazu gehört auch eine Bereinigung des Modells sowie eine Überprüfung der Warnungsmeldungen.
Beispielsweise führen überlappende Elemente zu einer falschen Mengenermittlung!
Bearbeitungsbereich prüfen (Fachbereich BAU / TGA)
Alle Elemente prüfen, ob diese auf dem richtigen Bearbeitungsbereich liegen (Rohbau / Ausbau). Da die DBD-BIM 3D-Ansichten u. a. nach Bearbeitungsbereich gefiltert werden, könnte es sein, dass hier sonst einzelne Elemente nicht aufgeführt werden.
Qualität vom Model prüfen (Fachbereich BAU / TGA)
Voraussetzung hierfür ist das allgemeine Pflegen des Projektes.
Hierunter zählt:
Erste grundlegende Prüfung von Warnungen mit Hilfe des BIM-Managers. Unter Warnungen werden beispielsweise doppelte Objekte und fehlerhaftes Anschließen der Leitungen gezählt.
Zweite Prüfung ist eine 3D Kontrolle mit Hilfe von Isometrie Ansichten, um freistehende Anbindungen zu erkennen. In den gewählten Schnitten und Grundrissen sind diese Fehler oftmals nicht sichtbar.
Bauteileigenschaften befüllen (Fachbereich BAU / TGA)
Es ist wichtig, schon bei der Modellierung die Bauteileigenschaften der Elemente richtig zu setzen. Je detaillierter und umfangreicher die relevanten Eigenschaftsparameter der einzelnen Objekte befüllt werden, desto einfacher lässt sich das Objekt bemustern.
Bauelement prüfen (Fachbereich BAU)
In den Typeneigenschaften „Bauelement“ prüfen! Bei vorgefertigten Revit-Familien sind diese meistens schon richtig eingestellt.
Bauteilelemente 3D prüfen (Fachbereich BAU)
Es ist wichtig, dass die Elemente gem. den Modellierleitfäden der BIMpedia modelliert werden.
Es sollten beispielsweise keine fliegenden Wände im Modell existieren, da ansonsten die m2-Fläche der Wand von Revit und somit auch DBD BIM falsch berechnet wird. In den gewählten Schnitten und Grundrissen sind diese Fehler oftmals nicht sichtbar.
Ein weiteres Beispiel bezieht sich auf die Dachdämmung.
Wenn laut Detailplanung diese nur bis an die Attikadämmung führt, sollte dies auch so modelliert werden (nachfolgende Abbildungen als Beispiel, wie es nicht gemacht werden sollte!). Eine Überführung der 2D-Detailplanung in das 3D-Modell ist Grundlage für eine Ausschreibung mit DBD BIM.
Abbildung „Detailzeichnung“ ist nicht gleich Abbildung „3-D Ausschnitt Modell“
Wichtig ist auch darauf zu achten, auf welche Höhen und Breiten sich die Revit-Parameter beziehen. Bei beispielsweise Fenstern in der Vorwandmontage sind oftmals Rohbaumaße verknüpft. Hierbei handelt es sich nicht um die eigentlichen Fensterabmessungen!
Differenzierung zwischen Außen- und Innenelemente (Fachbereich BAU)
Damit in der Gruppierung nach DIN 276 Innen und Außen Bauteile richtig gegliedert werden, muss im Modell der Unterschied in dem Typ definiert werden. Es wird über den Parameter „Funktion“ gesteuert. Für alle Bauelemente wie Wände, Türen und Fenster, die innen als auch außen genutzt werden, muss der Typ dupliziert werden und die Funktion (innen/außen) ist entsprechend zu definieren
Dies gilt ebenfalls für Elemente der Pfosten-Riegel-Fassade:
Aufbautennummer zuordnen (Fachbereich BAU)
Gemäß Leistungsfortschritt sollten alle Elemente desselben Aufbaus (z. B.: AgDe, FuBo) auch auf die gleiche Aufbautennummer (nach Bauteilkatalog) verweisen.
Es verhindert, dass bei der Modellierung für unterschiedliche Aufbauten der gleiche Typ benutzt wird, was wiederum zu einer erschwerten Filterung der Bauteile und somit Bemusterung führt. Außerdem werden Fehlerquellen durch die direkte Zuordnung zum Bauteilkatalog minimiert. Die Stärke des Bauteils muss mit der Typenbeschriftung und somit auch mit der im Bauteilkatalog definierten Stärke übereinstimmen.
Räume prüfen (Fachbereich BAU)
Die Höhe der Räume muss richtig eingestellt werden (FBOK bis RDUK), weil u. a. Malerarbeiten über den Raum bemustert werden können. Dies bedeutet, dass diese Arbeiten auch nur über die eingestellte Raumhöhe erfolgen.
Wandöffnungen (Fachbereich BAU)
Achtung bitte mit Wandöffnungen arbeiten anstatt mit „Profil bearbeiten“. Ansonst fehlt das „Bauteil“ zur Bemusterung der Wandöffnung und die Bemusterung wird schwierig.
