Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Arbeiten mehrere Fachbereiche zusammen an einem Projekt bzw. Modell, so stellt sich immer wieder die Frage, wie mit fachbereichsübergreifenden Komponenten (z.B. Bauteile im Deckenspiegel) umgegangen werden soll. In diesem Artikel werden verschiedene Workflows beschrieben, die sich bewährt haben, um diese Prozesse zu optimieren.

Prinzipiell ist die direkte Kommunikation für eine gute Zusammenarbeit unerlässlich!

Fachbereich: Architektur, Elektroplanung, Haustechnikplanung, Tragwerksplanung

Problematik

Ebenen werden verschoben.

Lösung

Werden Ebenen verschoben, sollte dies mit allen Fachbereichen abgesprochen werden, da dies Änderungen in ihrem Modell erfordert bzw. Arbeiten in einem Modell sich direkt auf ihre Elemente auswirken.

Problematik

Die TWP- und ELT-Planer platzieren ihre Komponenten auf Ebenen, nicht auf Elementen. Befindet sich z.B. die Ebene der abgehängten Decken an einer anderen Position als die tatsächliche abgehängte Decke modelliert wurde, kommt es zu Ungereimtheiten.

Lösung

Treten verschiedene Höhen der abgehängten Decken öfters auf z.B. wenn es im Büro eine andere Höhe als in den Gängen oder Sanitäranlagen gibt, so sollte mit mehreren Ebenen gearbeitet werden und nicht mit Versatz.

Fachbereiche: Architektur, Haustechnikplanung

Problematik

Sanitärgegenstände wie z.B. Waschbecken oder Toiletten werden im Architekturmodell platziert und mit dem Befehl kopieren und überwachen mit Objekten im TGA-Modell verknüpft.

Durch das Verschieben bzw. Löschen der Sanitärgegenstände durch den Architekten wird dadurch der TGA-Planer automatisch auf eine Änderung hingewiesen.

Im TGA-Modell hängt an einem Sanitärgegenstand ein gesamtes Rohrnetz. Fehlt nun ein Verbraucher, so hat dies Auswirkungen auf das gesamte Rohrsystem. Allein durch die Information, dass der Verbraucher fehlt, muss der TGA-Planer nun herausfinden, ob es an dieser Stelle tatsächlich keinen Verbraucher mehr gibt - oder ob sich nun einfach nur ein Objekt mit einer neuen GUID dort befindet.

Lösung

Prinzipiell  soll bei Sanitärgegenständen darauf geachtet werden, dass diese bei kleineren Positionsänderungen verschoben und nicht gelöscht und neu platziert werden. So kann in der TGA-Planung diese Anpassung automatisch nachgeführt werden.

Bei größeren Änderungen ist der TGA-Planer darauf hinzuweisen, dass es eine Änderung gab, und diese zu besprechen. Umgekehrt sollte der TGA-Planer nicht ein Rohrsystem automatisch löschen, wenn dieses keinen Verbraucher hat, sondern vorab mit dem Architekten Rücksprache halten.


Fachbereiche: Architektur, Elektroplanung, Haustechnikplanung, Tragwerksplanung

Problematik

Durchbrüche zählen zu den komplexesten Themen in der Planung, da diese mit drei verschiedenen Fachbereichen abgestimmt werden müssen.

Auch stellt sich die Frage: Wer positioniert diese?

Lösung

Es hat sich bewährt, die Durchbrüche von TGA-Planer im BAU-Modell setzen zu lassen. Im Zuge der Beschriftung der Durchbrüche durch den Architekten kontrolliert dieser die Durchbrüche und gibt sie frei. Verschiebungen der Durchbrüche um ein paar Zentimeter müssen nicht abermals vom TGA-Planer freigegeben werden. Umfangreichere Verschiebungen sollten mit dem TGA-Planer abgestimmt werden.

Während der Erstellung der Schalungspläne gibt der TGA-Planer die Durchbrüche frei. Ist die Freigabe eines Durchbruches aus statischer Sicht nicht möglich, so ist dies mit dem Architekten und dem TGA-Planer abzusprechen. 

Fachbereiche: Architektur, Elektroplanung, Haustechnikplanung

Problematik

Bei dem Thema Deckenspiegel ist es wichtig, dass sich Architekten und TGA Planer besonders gut abstimmen. Da die Komponenten gut sichtbar sind, ist nicht nur darauf zu achten, dass diese technisch, sondern auch statisch gut platziert werden. Allerdings befinden sich die Komponenten im TGA-Modell und die abgehängten Decken im BAU-Modell.

Ein nachträgliches hin- und herschieben der Komponenten birgt einen Mehraufwand für die Planer, der nicht zu unterschätzen ist. Auch stellt sich die Frage, wer diese Verschiebungen durchführt.

Lösung

Ein Deckenraster sowie ein grobes Konzept für den Deckenspiegelplan ist vom Architekten so früh wie möglich festzulegen, damit der TGA-Planer sich daran orientieren kann. Ist dies nicht möglich, wird er seine Komponenten nur nach technischen Bedürfnissen platzieren und nachträgliche Anpassungen können erforderlich werden.

Fachbereich: Architektur, Elektroplanung

Problematik

Türen werden im Architekturmodell platziert. Auch die Parameter werden hier befüllt. Einige der Komponenten brauchen allerdings einen speziellen ELT-Anschluss und sind vom ELT-Planer zu führen.

Lösung

Der ELT-Planer fügt seine Informationen ins BAU-Modell ein. Einige Informationen können auch im BO geführt und ins Modell geladen werden.