Dieser Prozessstandard beschreibt die Schnittstelle Revit (Modellierung) / MagiCAD (Familien) / Solar Computer (Berechnung).
Der Arbeitsablauf lässt sich grob einteilen in:
- Einstellen notwendiger Rohrnetzinformation
- Einstellung und Prüfung benutzerdefinierter Rohrnetz-Bauteilfamilien für den Solar-Export
- Festlegen der Systemnamen
- Durchführung des Rohrnetz-Exports durch GBIS
- Import und Berechnung in den Solar-Computer-Programmen
- Import der Solar-Computer-Ergebnisse in die Revit-Zeichnung und Redimensionierung
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Die überschlägige Rohrnetzberechnung erfolgt durch Solar-Computer, das Trinkwassernetz ist aber zunächst nicht vollständig mit den Versorgungsanlagen verbunden und enthält kein Rohrzubehör wie z.B. Strömungsteiler.
Erst in der Ausführungsplanung werden sämtliche Verbraucher mit dem Leitungsnetz verbunden.
Druckverlustberechnung erfolgt durch Solar-Computer mit vollerschlossenem Rohrnetz.
Vorplanung
In dieser Phase wird keine Rohrnetzberechnung benötigt.
Entwurf
Grundlage der Rohrnetzberechnung ist ein abgestimmtes Konzept der Versorgungsanlage. Übernahme der schematischen Darstellung des Rohrnetzes aus den vorhergehenden Leistungsphasen, konzeptionelle Grundrissdarstellungen, Schemata, usw.
Die Zuständigkeit und Verantwortlichkeit liegt bei der Projektleitung-HKLS.
Vor dem Modellieren muss der Projektleiter HKLS die groben Anlagenszenarien mit dem BIM-Manager besprechen um eventuelle Hindernisse auszuräumen. Erstellung und Verwendung von Sonderfamilien z.B. Enthärtungsanlagen, Osmoseanlagen, Rohrsystemen, Rohr-Routings.
Danach erst können die erforderlichen Routings, die spezifischen Bauteile sowie die erforderlichen Bearbeitungsbereiche durch den BIM-Manager oder den Modellverantwortlichen angelegt werden. (Die genaue Verantwortung des Modellverantwortlichen bzw. BIM-Managers in diesem Prozess ist noch zu klären).
Definition durch PL
- Betriebstemperaturen
- Leitungsart Hauptstränge (Material)
- Art der Sanitärobjekte und Maschinenanschlüsse (Durchflussmengen, Anschlussdimensionen, Gleichzeitigkeiten etc.)
- Anlagengeometrie und Aufstelllage von WWB, Enthärtungsanlage (Zentralenplanung) usw…
- Schnittstellen zu Fremdgewerken z.B. Befeuchtungsanlage in RLT-Gerät/Kanal
- Berechnungsregel für die überschlägige Rohrnetzberechnung
(z.B. nach Geschwindigkeit, Druckverlust, usw…)
Die Berechnungsergebnisse sind durch den PL stichprobenartig zu überprüfen.
Sollten bei der Überprüfung Fehler oder Unstimmigkeiten aufkommen, sind diese durch den Modellierer anzupassen oder zu korrigieren.
Modellierer
- Übernahme der oben genannten Definitionen von PL in das Modell
- Eine erstmalige Rohrdimensionierung erfolgt nach folgender Anleitung
Ausführungsplanung
Im Sinne des Qualitätsmanagements ist eine regelmäßige Überprüfung der Rohrnetze erforderlich. (Revit Fließrichtungsprüfung, Teilstrangexport zur Prüfung)
Verantwortlich für die Geometrie der Rohrnetze und einen regelmäßigen Qualitätscheck für die Übergabe an GBIS ist der Modellierer.
Nur so wird sichergestellt, dass die Schnittstelle zu Solar Computer über GBIS fehlerfrei funktioniert.
Verantwortlich für die Kompatibilität der Systemteile ist der BIM-Manager TGA / Modellverantwortlicher HKLS.
Verantwortlich für das Berechnungsergebnis ist die Projektleitung.
Modellierer
- Löschen aller nicht genutzten Systeme im Systembrowser
- Anpassung der Stränge auf die tatsächliche Betriebstemperatur
- Definition für die Absperr- und Regelarmaturen im Modellnetz setzen
Das Erstellen der Übergabedokumente erfolgt analog der nachfolgenden Anleitung:
Vorbereitungen
- Rohrleitungsserie Hauptstränge (Material; weiterführende Informationen: siehe Artikel Rohrleitung)
- Angabe der Medien und Betriebstemperatur im Typnamen
- Definition des Rohrsystems
- Definition Verbraucher: Die Architektur platziert sämtliche Sanitärobjekte im Bau-Modell. Diese werden mit der Kopieren/Überwachen Funktion in das HKLS-Modell auf Dummys mit entsprechenden Anschlusswerten gemappt.
- Aufteilung der Stränge bzw. Systeme
Wichtig bei der Berechnung ist, dass Strang und Rohrsystem auf dem gleichen Bearbeitungsbereich liegen. Sobald dies sichergestellt ist, den Strang anwählen und die Fließrichtung mittels Systemprüfer durchführen. Systemprüfer -> Inspizieren -> fertig stellen.
Sollte der Systemprüfer nicht erscheinen, ist das Rohrnetz fehlerhaft.
- Prüfen der Fließrichtung des Rohrnetzes -> Klick mit der rechten Maustaste im Systembrowser auf das gewünschte Rohrnetz -> Inspizieren
- Angabe Durchfluss
Datenübergabe an Solar-Computer
- GBIS Einstellungen für Export in Solar
Vor dem Export des Trinkwassernetzes sind die Rohrsysteme (unter GBIS -> Einstellungen -> Trinkwassernetz) den einzelnen Systemtypen zuzuweisen. Außerdem ist eine Angabe des Höhenunterschiedes von der Wurzel bis zur letzten Entnahmestelle notwendig.
Abschließend ist bei den Rohrenden bzw. dem Beginn des Rohrnetzes im Parameter Kommentar „SC-Wurzel“ einzutragen.
Hinweise für die Datenübergabe
- Die Abnahmestelle als Dauerverbrauch wird nicht in Solar Computer übernommen
- SC-Parameter als "Exemplarparameter" sind nicht aus Revit in Solar übertragbar
- Der Familienname oder der Name des Familien-Typs wird in die SC_Berechnung nicht mit exportiert
- Die Übersetzung von Rohrnetz-Bauteilfamilien für den Export in Solar erfolgt durch Solar-Computer Code
Falls diese nicht funktioniert, erfolgt die Übersetzung durch den BIM-Manager in der Übersetzungstabelle (MS Excel).
Solar-Computer Berechnung
Import der Berechnungsergebnisse (GBIS Netzimport)
- Import der Berechnungsergebnisse aus Solar zurück in Revit
- Redimensionierung des Rohrzubehörs
- Leitungsredimensionierung: nach der Berechnung in Solar können die Leitungsnetze entsprechend der Berechnungsergebnisse automatisiert redimensioniert werden
Hinweis: Rohreinbauten werden nicht redimensioniert.
